Ich hatte erst nicht vor, für das Jahr 2025 einen Leserückblick zu schreiben. Hauptsächlich wohl, weil ich gefühlt weniger Bücher gelesen habe, als im Vorjahr. Dann erinnerte ich mich, wie gut mein Leserückblick 2024 angekommen war. Er hat sogar meine Kollegin Birgit Schultz inspiriert, ihren eigenen Leserückblick zu schreiben (Hier Birgits Artikel: Gelesen 2024).
Nun bekam ich doch Lust, meine Lektüre aus dem abgelaufenen Jahr Revue passieren zu lassen. Während ich meinen Leserückblick 2025 schrieb, fielen mir immer mehr Bücher ein, die ich gelesen hatte. Da hat mich meine Wahrnehmung wohl ordentlich getäuscht. Hier kommt also meine Übersicht der Bücher, die ich 2025 gelesen habe – diesmal geordnet nach Genere.
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Bücher übers Lesen
Ich lese gern Bücher übers Lesen. Davon sind mir in diesem Jahr einige begegnet. Den Anfang macht „The Pleasures of Reading in an Age of Distraction” von Alan Jacobs. Man kann das Buch recht gut in einem Satz zusammenfassen: Lies, wonach Dir ist!
Weiteren Stoff zum Lesen übers Lesen fand ich in einer wunderschönen Buchhandlung in Victoria, British Columbia: „Welcome to the Hyunam-Dong Bookshop“ von der koranischen Autorin Hwang Bo-Reum. Die Kurzfassung: Eine junge Frau eröffnet eine kleine Nachbarschaftsbuchhandlung. Diese wird für die verschiedensten Menschen zu einem wichtigen Fixpunkt in ihrem Leben.
Netterweise wurden in diesem Buch gleich ein paar Buchempfehlungen mitgeliefert. So entdeckte ich „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ von Michiko Aoyama. Frau Komachi ist Bibliothekarin in einer kleinen Bibliothek in Japan. Bei ihr landen 4 Menschen, die alle irgendwie unzufrieden mit ihrer aktuellen Situation sind. Frau Komachi empfiehlt ihnen jeweils ein Buch, das sie suchen, und noch ein ganz anderes Buch. Diese Zugaben lösen etwas aus.
Erst letzte Woche entdeckte ich dann in Berlin das zweite Buch von Hwang Bo-Reum „Every Day I Read“. Das ist eine Sammlung von Essays über das Lesen. Es ist leichte Kost und stark aus der Perspektive der Autorin geschrieben. Trotzdem mag ich es.
Verlassen wir das Genre der Bücher übers Lesen. Einige wenige Sachbücher habe ich 2025 auch gelesen.
Sachbücher, die ich im Jahr 2025 gelesen habe
Ein Highlight war eindeutig „How AI changes your Customers: The Marketing Guide To Humanity’s Next Chapter“ von Mark Schaefer. Kurz. Auf den Punkt. Mit vielen Aha-Momenten. Absolute Empfehlung.
Das ist nicht nur aus Marketingsicht interessant. Mark Schaefer war Teil eines Think Tank zum Thema Wie KI die Menschheit bis zum Jahr 2035 verändert und überträgt Buch überträgt er die Erkenntnisse daraus aufs Marketing. Diese Prognosen, was die KI mit uns Menschen machen wird, sind hochinteressant, bedenklich, optimistisch …
Sie betreffen uns alle, die wir ChatGPT und seine Kollegen wie selbstverständlich im Alltag nutzen.
Mark Schaefer schreibt dazu so prägnante Sätze wie (frei übersetzt)
„Abkürzungen schaffen kein Verständnis. Sie schaffen die Illusion von Verständnis.“
„Es gab mal eine Zeit, da haben wir uns auf uns selbst verlassen. … Wenn wir unsere Entscheidungen (an die KI) outsourcen, outsourcen wir unser Selbstvertrauen.“
Im November begegnete mir noch ein hochinteressantes Sachbuch: Enshittification: Why Everything Suddenly Got Worse and What to Do About It von Cory Doctorow.
Der canadische Blogger, Journalist, Autor und Internet-Aktivist Cory Doctorow prägte den Begriff Enshittification, der seitdem große Bekanntheit erlangte, 2022 in einem Artikel. Es gibt keine wirklich knackige deutsche Übersetzung dafür, doch das Prinzip ist leicht verständlich:
Die großen Plattformen von Facebook über Amazon bis Google, Netflix und viele mehr sind zu Beginn richtig toll und nützlich. Wenn sich Nutzer und Anbieter erst fest an die Plattform gebunden haben, wird alles schlechter. Es wird sh**.
In dem Buch beschreibt Doctorow nicht nur das Phänomen. Er untersucht auch die Ursachen und verspricht einen Weg, wie wir uns dem entziehen können.
In einer kanadischen Buchhandlung entdeckte ich auch das Büchlein „How to be a creative thinker“ von Roya A Azadi. Es ist ein leicht lesbares Inspirationsbuch über verschiedene Aspekte des Kreativitätsprozesses. Gut für zwischendurch – zum Anregen, sich erinnern, Lust auf eigene Kreativität holen.
An „Sketch your Mind“ von Zsolt Vicziai bin ich gescheitert. Ich liste das Buch hier trotzdem mit auf, weil das nicht an dem Buch liegt. Ich hatte gehofft, dass mich dieses Buch zu mehr visuellem Denken motivieren kann. Konnte es nicht. Vermutlich bin ich nicht der Typ dafür. Ich bin zu sehr Mensch des geschriebenen Wortes. Vielleicht bin ich auch nur nicht der Typ für recht starre Anleitungen. Falls Du aber ein visueller Denker bist und ohnehin gern mit Sketchnotes arbeitest, könnte dieses Buch etwas für Dich sein.
Romane und Erzählungen, die ich 2025 gelesen habe
Kehren wir zum Schluss noch einmal zurück ins Regal mit der Belletristik. Auf der Suche nach der nächsten Lektüre fiel mir ein, dass ich als Jugendliche die Novelle „Dshamilija“ von Tschingis Aitmatow sehr gemocht hatte. Ich fand sie wieder ein einem kleinen Band mit 3 Liebesgeschichten von Aitmatow. Meine alte Begeisterung hat sich bestätigt.
Also stieg ich tiefer ein und besorgte mir Atimatows Meisterwerk „Ein Tag länger als ein Leben“. Dabei war ich sehr erstaunt, denn als DDR-Übersetzung kannte ich dieses Buch unter dem Titel „Der Tag zieht den Jahrhundertweg“. Dafür gab es in dieser neueren Ausgabe ein komplett neues Kapitel dazu.
Die Erzählungen und der Roman spielen in Kirgisien, in der damaligen Sowjetunion unter Stalin, während bzw. kurz nach dem 2. Weltkrieg. Doch Aitmatov beschreibt das harte Leben der Menschen zu dieser Zeit mit viel Liebe zu seinem Volk und dessen Traditionen. Und mit einer Dosis Regimekritik, die mich heute noch mehr erstaunt als damals.
Falls Du Aitmatow lesen möchtest, empfehle ich Dir übrigens unbedingt die von mir verlinkten Bücher aus dem Unionsverlag. Sie enthalten zusätzlich sehr viel Material über Aitmatows Leben, was ich sehr interessant fand.
Einen Tag vor Weihnachten entdeckte ich auf einem Thementisch im Buchladen noch „Der kleine Lord“ von Frances Hodgson Burnett. Den Weihnachtsklassiker kennen wir wohl alle als Film. Sagen wir es so: Wenn du den Film liebst, wirst Du auch das Buch lieben. Wenn Dir der Film zu gefühlstriefend ist, lass lieber die Finger von dem Buch.
Was ich sonst noch gelesen habe und was sich an meinem Leseverhalten 2025 geändert hat
Ich lese praktisch täglich. Und damit meine ich nicht die Lektüre von Newslettern und Social Media Posts. Ich lese praktisch täglich richtige Bücher. Dass ich diesmal doch nicht so viele Bücher in meinem Leserückblick vorweisen kann, hat mehrere Gründe:
Ich hatte im Frühjahr meine Begeisterung für Fanfiction wiederentdeckt. Dabei stieß ich gleich auf 2 Geschichten, die vom Umfang her mit jedem dicken Roman mithalten konnten. So war ich wochenlang beschäftigt.
Zusätzlich habe ich mehrere Bücker aus meiner 2024er Lektüre nochmal gelesen. Im Vorjahr hatte ich mich recht schnell durch eine Reihe von Büchern gearbeitet und nun wollte ich mich noch einmal genauer mit dem befassen, was ich da eigentlich gelesen hatte.
Wenn Dich meine Lektüre aus dem Vorjahr interessiert, findest Du hier meinen Leserückblick 2024.
Daneben bemerke ich bei mir eine gewisse Sachbuch-Müdigkeit. Ich habe mehr als 10 Jahre lang fast nur Sachbücher gelesen. Und die stammten hauptsächlich aus den Bereichen Marketing, Selbständigkeit und Business-Aufbau und Persönlichkeitsentwicklung. Nun habe ich immer stärker das Gefühl, dass das Meiste irgendwie schon mal dagewesen ist. Natürlich erzählt jeder Autor aus seiner Perspektive und aus einem bestimmten Blickwinkel. Trotzdem finde ich immer weniger wirklich Neues darin. Diese Themen interessieren mich einfach nicht mehr so.
Logischerweise wandte ich mich der Belletristik zu. Als Jugendliche habe ich Romane und Erzählungen mit Begeisterung gelesen. Doch nach Jahren der Abstinenz fehlt mir regelrecht ein neuer Ansatzpunkt. Schon 2024 und auch in diesem Jahr habe ich an dem angesetzt, was ich früher mochte (südamerikanische Autoren, Aitmatow). Doch insgesamt überfordert mich die übergroße Auswahl an Belletristik etwas. Ich habe noch kein Gefühl dafür, was mir gefallen könnte.
Nun, ich denke, dieses Problemchen wird sich lösen lassen.

Ich bin Dagmar Recklies und ich unterstütze Selbständige und Solo-UnternehmerInnen dabei, die richtigen Menschen mit den richtigen Angeboten und Botschaften zu erreichen.
Das heißt, ich helfe Dir Deine Positionierung zu entwickeln:
- Wer ist Deine Zielgruppe? Was sind das für Menschen? Wie erreichst Du sie am besten?
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Weil eine Positionierung allein nichts nützt, schaue ich immer auch auf Dein Marketing, deine Sichtbarkeit und Deine Angebote.


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